Wärmetherapie mit Bad Aiblinger Heilmoor
Die Wärme und welche Wirkung sie auf unseren, den Pferde- und Hundekörper hat.
Jeder von uns kennt es, es zwickt in den Schultermuskeln oder im Rücken und intuitiv wollen wir Wärme auf diese Verspannungen haben. Nach wie vor spielt Wärme in der Medizin eine wichtige Rolle, auch in der Tiermedizin. Warum Wärme so wichtig für uns ist und welche Wirkung diese auf unsere Tiere hat, werde ich hier in diesem Artikel erläutern:
Welche Wirkung hat die Wärmetherapie auf den Körper?
Wärme wird schon sehr lange zur Entspannung genutzt. Sie wirkt grundsätzlich entspannend und wohltuend, besonders auf Muskeln und Faszien. Die physikalischen Effekte der Wärme sind u.a.:
- Senkung des Muskeltonus
- Erwärmung des Gewebes
- Steigerung der Elastizität des Bindegewebes (Faszien)
- Wohltuende Entspannung
Welche Form von Wärmetherapie kann ich bei meinem Tier anwenden?
In der Physiotherapie unterscheidet man eine Reihe unterschiedlicher Methoden der Wärmetherapie:
- Fango & Moor
- Heiße Rolle
- Solarium
In diesem Blog werde ich über den Einsatz von Moor (Bad Aiblinger Heilmoor) berichten.
Diejenigen von euch, die schon einmal eine Moor- oder Fangopackung am Rücken gehabt haben, wissen, wie gut diese Wärme tut. Moor ist einer der ältesten Rohstoffe auf der Welt und entsteht durch Luftabschluss und Wasserüberschuss. Der stetige Wasserüberschuss hält den Boden des Moores sauerstoffarm und konserviert die darin enthaltenen Pflanzen. So werden Inhaltsstoffe von vielen verschiedenen Kräutern, Pflanzen, Früchten und Blüten konserviert. Fango kommt aus dem Italienischen, bedeutet Schlamm und besteht aus einem Gemisch aus Vulkanstein. Die besonderen Vorteile dieser beiden Naturprodukte liegen in der langen Wärmespeicherung und den enthaltenen Mineralien.
Wann ist Wärmetherapie zu empfehlen?
Wärme tut besonders bei Verspannungen gut und hilft, die Muskulatur zu lockern. Bei einer akuten Verletzung und Entzündung ist Wärme dagegen kontraproduktiv. Praktisch ist, dass du die Wärmeanwendung bei deinem Tier selbst durchführen kannst. Hat dein Tier Beschwerden, deren Ursache du nicht kennst, sprich bitte vorher mit deinem Tierarzt.
Normalerweise empfehle ich die Wärme nach dem Reiten. Wenn dein Pferd aber lokal stark verspannt ist, lohnt es sich, die Wärme schon vor dem Reiten anzuwenden, damit das Gewebe geschmeidiger wird. Auch wenn du dein Pferd oder deinen Hund gerne selbst massierst, ist die Wärme vorher oft eine schöne Vorbereitung, da sich die verspannten Bereiche schon ohne Druck lockern.
Das Moor:
Moor besteht überwiegend aus organischen Substanzen und enthält unter anderem Mineralien, Flavonoide, Gerbstoffe, Kieselsäure und Huminsäure. Das Besondere an der Moorpackung ist die langsam ansteigende und lange anhaltende Wärme.
Von Bad Aiblinger gibt es zwei verschiedene Ausführungen: Moorpackung & das pure Heilmoor
Die Moorpackung
besteht aus Moor eingepackt in einen einer medizinischen Weichfolie (ohne Schadstoffe). Diese Folie ist perforiert, sodass das Moor durch die Folie Kontakt zur Haut hat. Diese Packungen kann man immer wieder einsetzen bis zu 1,5 bis 2 Jahre.
Heilmoor
Kannst Du warm direkt auf das Haarkleid auftragen. Diese Form der Moorauflage hat den Nachteil, dass sie nur einmal verwendbar ist und auch ein wenig Dreck macht. Dafür hat dein Tier hier den direkten Kontakt mit dem Moor auf der Haut.
Mein Tipp: mach das Haarkleid zuerst nass, denn Wasser leitet Temperatur 22mal mehr als Luft.
Wie führe ich die Wärmetherapie durch?
Die Moorpackung kannst du am besten in einem Wasserbad auf ca. 42-45 °C erwärmen. Auch in der Mikrowelle kannst du das Heilmoor und die Moorpackung warm machen, dann ist die Langlebigkeit der Moorpackung aber deutlich kürzer. Die Folie wird schneller steif und das Moor wird härter und trockener. Wenn doch die Mikrowelle, dann 5x1 Minute aufwärmen, immer wieder Pause und die Moorpackung dazwischen durchkneten.
Die Moorpackung in die dazu passenden Hüllen stecken oder auf ein trockenes oder nasses Handtuch und aufs Pferd legen.
Das Heilmoor 1-2 cm dick direkt auf die verspannten Stellen auftragen.
Mit wärmenden Umschlägen oder einem hochwertigen Wickel abgedeckt, hält die Wärme lange an. Die gleichmäßige, konstante Wärme wirkt wohltuend und entspannend.
Behandlungszeit:
Moorpackung:
20-40 Minuten. Länger als 40 min brauchst du die Wärme nicht anzuwenden.
Heilmoor:
Nach ca. 20 Minuten Anwendung mit warmem Wasser die Reste abspülen.
Wann solltest du keine Wärmetherapie anwenden?
Ich würde Moor nicht einsetzen bei:
- Herzbeschwerden
- Akuten Verletzungen
- Fieber
- tragende Stuten im Lendenbereich
Wenn du unsicher bist, bitte uns (shop@helle-kleven.de) oder den behandelnden Tierarzt kontaktieren.

HINWEIS:
Richte dich bitte immer nach der Anwendungsbeschreibung. Achte bitte darauf, dass die Moorpackung für dein Pferd nicht zu heiß ist. Zur Kontrolle leg deine Handrücken auf die Moorpackung, bzw das Heilmoor. Zuerst auf das Pferd legen, wenn für dich die Wärme mindestens ½ min angenehm ist. Denk daran, dass die Moorpackung lange auf der Haut des Pferdes/Hundes bleibt.
Als Faustregel gilt: In den ersten 24 bis 48 Stunden nach einer Verletzung ist Kälte die bessere Wahl, Wärme eher nach den ersten drei Tagen. Bei Verletzungen und länger andauernden Beschwerden sprich die Anwendung bitte immer mit deinem Tierarzt ab.
Hier entlang zu den Bad Aiblinger Produkten :-)
Helle Kleven Nov. 2019©️
Quellen:
Malanga, G.A., Yan, N., & Stark, J. „Mechanisms and efficacy of heat and cold therapies for musculoskeletal injury“ Journal of postgraduate medicine Pages 57-65 | Received 17 Sep 2014, Accepted 30 Oct 2014, Published online: 15 Dec 2014
Kleven, H., K. „Biomechnik & Physiotherapie beim Pferde“4.Überarbeitete und erweiterte Auflage 2017, FN-Verlag, Warendorf.
Carlson, AH 2007, 'Hot & Cold', Rehab Management: The Interdisciplinary Journal of Rehabilitation, 20, 10, pp. 32-33
Buchner, H.H.F. und Schildböck, U. (2010) Physiotherapy applied to the horse: a review, Equine Veterinary Journal, Vol 38, 6, PP 574-580
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