Funktionskleidung - es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung

Funktionskleidung - es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung


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Wieso tragen wir Funktionskleidung?

Wir wollen uns draußen wohl fühlen und das bei auch wechselhaften Wetterbedingungen, in unterschiedlichen Aktivitätsphasen und mit möglichst wenig Gepäck.

Mein Vater hatte jahrelang ein Sportgeschäft, so dass ich quasi mit Funktionskleidung groß geworden bin. Für mich musste jedes Kleidungsstück etwas können! Beim Reitsport habe ich mich dann immer gewundert, wieso Funktionskleidung dort nicht zum Einsatz kommt. Stattdessen wurde mit nichtelastischem Jacket, dicken Stiefeln und Baumwollreithose in die Prüfung geritten. Währenddessen trägt der Schwimmer einen Anzug, der Fischhaut nachempfunden wurde, um so schnell wie möglich zu sein. Doch seit einigen Jahren merkt man, dass die Funktionskleidung im Reitsport Fuß fasst. Es wird immer mehr auf Tragekomfort, Atmungsaktivität und Co. geachtet. Und da sind wir natürlich sofort mit dabei, denn wir wollen ja nicht nur dem Pferd etwas Gutes tun! In diesem Artikel wollen wir euch einmal näherbringen, wie Funktionskleidung „funktioniert“, worauf man achten muss und wie man sie am besten anwendet.

Das gute alte Zwiebelprinzip

Abhängig von der Temperatur empfiehlt es sich Funktionskleidung in 3 Schichten aufzubauen, wovon jede einzelne Schicht eine eigene Aufgabe hat:

  1. Schicht à leitet die Feuchtigkeit von der Haut weg und sollte schnell trocknen
  2. Schicht à isoliert
  3. Schicht à schützt vor Wind und Regen

1. Schicht: Funktionswäsche/Baselayer

Schweiß hat die Aufgabe den Körper vor Überhitzung zu schützen. Wenn der Schweiß am Körper verdunstet, entsteht Kälte, die den Körper kühlt. Die Funktionswäsche hat deswegen die Aufgabe schnelltrocknend und temperaturregulierend zu sein und Feuchtigkeit vom Körper wegzuleiten.

Als Materialien haben sich Kunstfaser und (Merino-)Wolle bewährt, denn sie haben genau diese Eigenschaften. Je nach Temperatur kann man hier schon gut beeinflussen, ob einem später auf dem Pferd kalt wird oder nicht. So kann ein langärmeliger Baselayer und eine lange Unterhose schon viel ausmachen. Im Sommer reicht dann natürlich ein Sport-BH und eine sportliche Panty.

Bei uns im Shop findet ihr Funktionsunterwäsche von Mountain Horse, sowohl für warme als auch kalte Temperaturen.

       

Funktionsunterwäsche von Mountain Horse - sowohl für warme als auch für kalte Temperaturen

2.    Schicht: Oberbekleidung/Midlayer

Auf die Wäsche folgt die Oberbekleidung, bei der es natürlich eine Vielzahl an Varianten gibt. Vom Top bis zur Jacke. Von Fleece bis Wolle. Die Auswahl ist groß, aber die Anforderungen bleiben die gleichen: diese Schicht soll isolieren und dabei die Feuchtigkeit nach Außen weiterleiten.

Konzentrieren wir uns einmal auf das Material. Man unterscheidet zwischen Kunst- und Naturfasern. Fleece als Kunstfaser hat sich schon vor Jahren bewährt – warum? Nun es ist warm, weich, leicht, robust, schnelltrocknend, knitterfrei und kann sogar elastisch sein. Der Nachteil im Reitsport ist, dass der alltägliche Stalldreck insbesondere Heu, Stroh und Pferdehaare gerne in dem Material hängen bleiben und sich auch nicht so leicht entfernen lassen. Mittlerweile gibt es aber Fleece mit einer glatten Oberfläche, welcher dem Dreck eindeutig besser trotzen und zudem meist noch winddichter sind.

Aber auch Mikrofasern und Polyester sind beliebte Materialien bei Funktionsbekleidung. Sie zeichnen sich durch ihre Leichtigkeit und Strapazierfähigkeit aus und behalten darüber hinaus ihre Form und sind knitterfrei.

Ebenso haben alle Kunstfasern gemein, dass sie optimal Feuchtigkeit und Temperatur regulieren können.

Und dann gibt es da natürlich noch die klassische Wolle. Sie besitzt von Natur aus super Eigenschaften, die uns zugutekommen:

  • Sie ist antibakteriell, d.h. die Kleidung riecht nicht so schnell unangenehm und ein einfaches Auslüften über Nacht reicht meist aus
  • Sie kann bis zu 60% ihres Eigengewichts an Wasser aufnehmen
  • Sie ist thermoaktiv, d.h. sie nimmt überschüssige Wärme auf

Der größte Kritikpunkt der Wolle, war meist die kratzende Eigenschaft, aber auch das konnte gelöst werden: mittlerweile findet man in vielen Kleidung Merinowolle und die kratzt eben nicht, sondern ist flauschigweich.

Bei uns im Shop findet ihr Midlayer mit kurzem oder langem Arm, mit und ohne Reißverschluss, mit und ohne Kragen. Dabei haben wir sowohl Wert auf Funktion als auch Design gelegt und sind bei Schockemöhle Sports, LeMieux und Mountain Horse fündig geworden.

Funktionskleidung für den Sommer: kurzärmeliges Shirt mit UV-Schutz von LeMieux oder langärmeliges Shirt von Schockemöhle Sports

3.    Schicht: Jacken und Mäntel/Shelllayer

Auch hier bietet sich uns wieder eine große Auswahl und wir müssen uns die Frage stellen, was wir von der Jacke erwarten. Wir Reiter erwarten von einer Jacke in aller erster Linie, dass sie stalltauglich ist. Das bedeutet, sie muss schmutzabweisend sein und darf vom Material nicht allzu empfindlich sein. Und dann sollte sie ggf. noch wärmend, wasserdicht oder zumindest wasserabweisend und winddicht sein. Ein super Allrounder auch für uns Reiter ist die Softshelljacke. Das Material ist atmungsaktiv und mindestens wind- und wasserabweisend.

Wir haben für jeden Wetteranlass und jede Temperatur etwas dabei – von der leichten Sommerjacke bis zum warmen Reitmantel.

links die wasser- und winddichte Jacke von Schockemöhle Sports und rechts die Allrounderjacke von Mountain Horse für fast jedes Wetter

Besondere Eigenschaften von Funktionskleidung

Wie anfangs erwähnt, ist es mir gerade im Stall wichtig, dass mein Kleidungsstück etwas „kann“. Und während der Auflistung der einzelnen Schichten haben wir auch schon viele Funktionen erwähnt. Dennoch wollen wir sie uns doch noch einmal genauer anschauen, damit ihr für den nächsten Kauf eurer Funktionskleidung gewappnet seid:

Winddicht

Eine winddichte oder auch windabweisende Jacke ist oftmals schon die halbe Miete, weil sie kalten Wind nicht an den Körper lässt. Die Jacken haben eine sogenannte Membran eingearbeitet, die den Luftaustausch in nur eine Richtung ermöglicht.

Wasserabweisend

Eine wasserabweisende Jacke besitzt eine imprägnierte Oberseite oder Außenschicht, damit sich das Material nicht mit Wasser vollsaugt. Dadurch bliebt sie leicht und gleichzeitig wird sie auch schmutzabweisender. Wasserabweisende Jacken reichen in der Regel bei leichtem Niederschlag aus. Ein weiterer Vorteil ist, dass ihr die Imprägnierung selbst wieder auffrischen könnt.

Wasserdicht

Eine wasserdichte Jacke misst man anhand der sogenannten Wassersäule. Sie sagt aus wie viel Wasserdruck ein Bekleidungsstück aushält, bis das Wasser durchdringt. Das bedeutet, je größer der Wassersäulenwert, desto wasserdichter ist eine Jacke. Nach der europäischen Norm ist eine Jacke schon bei einer Wassersäule von 1300 mm wasserdicht, allerdings kann man erst so bei einem Wert von 10.000 von einer wirklich dichten Jacke sprechen. Zusätzlich ist es wichtig darauf zu achten, dass die Nähte geschweißt, verklebt oder getaped sind und auch die Reißverschlüsse müssen geschützt sein. Nur so kann kein Wasser durchdringen.

Atmungsaktiv

Wie kann eine wasserdichte Jacke zugleich auch atmungsaktiv sein? Das funktioniert mit Hilfe der Temperaturunterschiede. Unter der Jacke ist es meist wärmer als außerhalb und dadurch entsteht ein Dampfdruckgefälle à die Feuchtigkeit wandert von innen nach außen. Eine wasserdichte Jacke hat hierfür eine semipermeable Membran, das bedeutet, dass Feuchtigkeit in Form von Dampf nur in eine Richtung durch die Jacke kann.

UV-Schutz

Der Reiter ist grade in der Zeit vom Frühling bis Herbst gerne draußen unterwegs und dann oft der Sonne ausgesetzt. Zwar bringt sie uns das gute Vitamin D, aber genauso auch die gefährlichen ultravioletten (UV) Strahlen, vor denen man sich schützen sollte. Kleidung ist dann der beste Schutz, jedoch hängt der Lichtschutzfaktor vom Gewebetyp, -dichte und Farbe der Kleidung ab. Polyamid, Wolle und Seide schützen zum Beispiel besser vor Sinne als Baumwolle, Viskose und Leinen.

Das ist natürlich nur ein kleiner Einblick in die Welt der Funktionsbekleidung, denn mittlerweile gibt es viele neue Technologien, die uns das Leben leichter machen. Wir freuen uns sehr darüber, dass man sich auch im Reitsport immer mehr Gedanken dazu macht und alles bequemer, angenehmer und leichter wird. Und Dank der heutigen Technik und des Materials bleibt das Design nicht auf der Strecke. Wir sind stets auf der Suche nach Innovationen und freuen uns, wenn wir euch was neues zeigen dürfen 😊

©Maresa

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